
Fernfahrt Trondheim - Oslo
29.05.2005
Im Expresstempo durch Süd-Norwegen
Jedes Jahr zur Sommersonnenwende treffen sich in Norwegen etwa 2500 Radsportler zur nordischen Stärkeprüfung, einem Non-Stop-Radmarathon über 540 km und rund 3200 Höhenmetern.
Aus unserer Region am Start waren Manfred, Robert und Lukas Kirchner (Grün-Weiß-Pirna), Danilo Forkel, Christian Bellmann, Gernot Rußig (1. Radverein Pirna), Wolfgang Jacob (Lok Pirna), und Jens Stelzer (Radebeul).
Adrenalin pur beim Start pünktlich 8.15 Uhr auf dem Marktplatz in Trondheim.
Regenschauer, Temperaturen um 13°Celsius und stark böige Winde auf den ersten 180 Kilometern bis zur Hochebene sorgten für das sofortige Auseinanderreißen des Starterfeldes. Durch einen Massensturz wurden Forkel, R. und M. Kirchner und Stelzer am Anstieg nach Dombas vom Rest der Truppe getrennt. Man nutzte gleich die Gelegenheit um Getränke und Riegel aufzufüllen.
Bellmann, der mit guter Kondition angereist war, musste auf der Hochebene Lehrgeld zahlen. Durch eine kurze Unaufmerksamkeit am ende des Feldes hatte er im starken Seitenwind keine Chance. Er musste leider abreißen lassen. Jacob, L. Kirchner und Rußig konnten sich in einer starken Truppe festsetzen und bis Lillehammer, etwa 180 km vor Oslo, mitfahren. Dort war man gezwungen, 5 Minuten zu pausieren um Kalorien aufzutanken. Ab jetzt ging es zu dritt in Richtung Ziel.
Auch der nordische Wettergott hatte jetzt Erbarmen mit den Rennfahrern. Er ließ die Sonne durch die Wolken, drehte den Wind etwas günstiger, so dass man Land und Leute etwas mehr genießen konnte.
Wolfgang Jakob, mit der Erfahrung von 9 Teilnahmen und gutem Zeitgefühl erhöhte ständig den Druck, zwang alle zur Höchstleistung und brachte seine zwei Mitstreiter in neuer Pirnaer Rekordzeit von 15 Stunden und 57 Minuten über die Ziellinie. Die alte Bestmarke von Altmeister Immo Rittmeier wurde um 8 Minuten verbessert.
C. Bellmann erreicht nach starker Leistung 29 Minuten später das Ziel. Danilo Forkel wurde unterwegs Opfer eines zu kalten Getränkes und musste nach 400 km mit starken Magenkrämpfen das Rennen aufgeben und zur guten Fee Petra Kirchner ins Begleitfahrzeug steigen.
Robert und Manfred Kirchner, sowie Jens Stelzer ließen sich an den Verpflegungsstellen etwas mehr Zeit. Sie gingen das Rennen vorsichtiger an, finishten aber mit einer guten Endzeit knapp unter 20 Stunden.
Sicher wird sich mancher fragen, ob man sich so schinden muss. Wir sagen ja und starten im nächsten Jahr zu einer neuen Herausforderung.
Rußig / 1.RV Pirna
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