Fichkona



28.06./29.06.2008


Geglückter Rekordversuch bei Fichkona


Rußig, Gollmann, Klempin und Nachtigall vom 1.RV Pirna in der Spitzengruppe vertreten


Ausführlicher Bericht am Donnerstag, 03.07.2008, 19.50Uhr


Am 28.06.2008 pünktlich 10.00 Uhr fiel der Startschuss zur 11. Fichkona, einer Nonstopfahrt vom Fichtelberg, dem höchsten Punkt des sächsischen Erzgebirges, zum Kap Arkona auf Rügen an der Ostsee über diesmal 608 km. Mit dabei auch 6 Mitglieder des 1.RV Pirna.
Von diesen hatten sich 4 Mann für die Spitzengruppe eingetragen und wollten den Versuch wagen, die bisherige Spitzenzeit von 19.30 Stunden zu unterbieten. Zusätzlicher Druck wurde hierbei aufgebaut, dass dieser Rekordversuch auf der Webseite des Tour - Magazins bekannt gemacht wurde und der MDR ebenfalls vor Ort war. So gab es vor dem Start noch genug Hektik, da die Medien mit Interviews versorgt werden mussten.
Ebenso bei nicht ganz optimalen Bedingungen hieß es beim Start erst einmal die Ruhe zu bewahren als sich dass 180 Mann starke Feld in Bewegung setzte. Gemeinsam ging es dann vom Fichtelberg bis Chemnitz im geschlossenen Verband.
Trotz Polizeibegleitung konnte nur schleppendes Tempo durch Chemnitzgefahren werden, so dass man, auf Hinweis des MDR-Teams bereits an der ersten Verpflegung, hinter dem Zeitplan der bisherigen Spitzenzeit zurück lag. Aber Rußig, Gollmann, Klempin und Nachtigall, alle erfahren auf langen Strecken, ließen sich nicht verrückt machen, denn noch waren über 500 km zurück zu legen.
Ab dem Verpflegungspunkt erfolgte die Unterteilung in 4 Gruppen. Forkel und Rittmeyer, mit 72 Jahren ältester Teilnehmer der 11. Fichkona, reihten sich in Gruppe 2 ein, was bedeutete die Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 30 und 32 km/h zurückzulegen.
Die anderen 4 machten nur einen kurzen Stopp, die Trinkflaschen wurden aufgefüllt und los ging es mit weiteren 24 Verrückten in der Gruppe 1, der "Tempogruppe", zum Nonstopritt an die Ostsee.
Noch lief die Gruppe nicht so richtig.
Zwischendurch ein kurzer Schwatz mit Lars Strehle (mehrfacher Fichkona Finisher der Gruppe 1), man war sich einig nicht auf "Teufel komm raus" zu fahren. Gesund und Heil anzukommen war das erste Ziel.
Auch die Wetterbedingungen sahen inzwischen alles andere als positiv aus. Ständiger Kantenwind aus Westen sowie immer dunkel werdende Wolken am Himmel verhießen nichts Gutes. Doch die Gruppe harmonierte inzwischen und es ging in Doppelreihe begleitet von einem Führungs- und Schlussfahrzeug, jeweils ausgestattet mit Rundumleuchten, durch die baumlose "Leipziger Hügellandschaft". Dabei hatte das "Führungspärchen" und die linke Seite der Doppelreihe ständig gegen den starken Seitenwind zu kämpfen.
Aber etwas Glück war auch dabei. Bisher blieb es trocken. Auf weitere größere Pausen wurde bis Potsdam verzichtet, da die Verpflegung durch die Begleitcrew bestens und hochprofessionell während der Fahrt erfolgte. Schon an dieser Stelle nochmals tausend Dank an das Begleitteam der Gruppe 1 für den Rundumservice.
Kurz vor Potsdam der nächste Stopp. Gruppe 2 eine halbe Stunde hinter uns und der Begleitservice der Polizei wartete auch schon. Nur, es waren nur 2 Motorräder. Chemnitz noch im Hinterkopf, wo wir mit einem PKW und Motorrädern nur schleppend durchkamen, ahnten wir nichts Gutes. Die Gruppe 1 war mittlerweile auf 22 Fahrer geschrumpft. Das Signal zum Aufbruch kam, aber Lars hatte Platten. Also warten, schnell Reparaturschaum ins Hinterrad, aufpumpen und los.
Die "Jungs" auf ihren Motorrädern waren gut. Diesmal ging es mit "Speed" durch Potsdam. Kein Stopp an Kreuzungen oder Ampeln, die Polizei sperrte immer eine Kreuzung im Voraus und der Ortsausgang Potsdam war erreicht. Vielleicht lag es auch daran, dass die Polizeibegleitung sofort wieder zurück musste um die 2. Gruppe zu eskortieren. Noch ein kurzer Dank und ab ging es Richtung Neustrelitz.
Bisher hatten wir Glück mit den Wetterbedingungen, es gab zwar dunkle Wolken am Himmel, aber der Regen war immer kurz vorher da, so dass die Straßen "nur" nass waren, wir aber halbwegs trocken blieben. Gegen neun fing es "endlich" richtig zu regnen an. Binnen Minuten waren alle pitsch nass, dass Tempo sank und die Hoffnung 19.30h zu unterbieten schwanden immer weiter.
Beim nächsten Stopp, der demzufolge etwas länger war, hieß es dann, nasse Sachen runter, trockene an und fertigmachen für die Nacht. Von der Begleitcrew gab es noch einen Kaffee und, immer noch hinter dem Zeitplan, ging es ab in die Nacht, zum Glück nun nur noch bei nassen Straßen und ohne Regen. Der Himmel sah aber weiterhin düster aus.
Nein Stopp, Licht für vorn und hinten muss noch montiert werden.
Langsam setzte sich der Tross in Bewegung. Die Dunkelheit kam, die Gespräche wurden spärlicher und die Doppelreihe lief, immer mit vollster Konzentration auf das Hinterrad des Vordermannes. Bestens eskortiert von unserem Begleitteam zogen sich die langen Geraden über Neubrandenburg nach Greifswald bis hinauf nach Stralsund endlos hin. Die Gruppenarbeit lief super und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag wieder bei fast 34 km/h. Wieder Rekordkurs, aber eine kurze Pinkelpause sowie ein neuerlicher Plattfuß, etwa 50 km vor dem Ziel, bedeutete wieder Zeitverlust. Kurze Verständigung mit Lars, "es wird knapp werden ? !". So fest überzeugt waren alle nicht vor 5:29 Uhr ins Ziel zu kommen. Bereits ein wenig in Resignation, keiner wollte so richtig fahren, schauten die Pirnaer auf die Uhr, ein kurzer Abgleich der noch zu fahrenden Kilometern mit der verbleibenden Zeit, Rußig und Klempin setzten sich an die Spitze, und endlich lief die Doppelreihe wieder richtig. Die gesamte Gruppe flog nun wieder mit 35 bis 40 km/h dem Ziel entgegen.
Altenkirchen war erreicht, knapp 14 Minuten und noch 7 Kilometer zu fahren. Inzwischen war aus der Doppelreihe ein "Belgischer Kreisel" geworden. Und das nach 599 absolvierten Kilometern. Die Ablösung klappte, noch ein kurzes Stück Kopfsteinpflaster und dann ... der Leuchtturm und die Ziellinie von Kap Arkona vor uns.
Neue Bestzeit.
Wir überqueren das Ziel in 19:25 Stunden, überglücklich aber teilweise schwer gezeichnet von den Strapazen.
Gruppe 2, mit Rittmeyer und etwas später Forkel, trudeln teilweise einzeln ab 8:25 Uhr, also etwa 3 Stunden hinter Gruppe 1 ins Ziel. Es dauert noch lange bis Gruppe 4, also die Letzten der Langstreckenfahrt eintreffen.
Aber hier ist jeder Finisher ein Sieger!
An dieser Stelle nochmals Dank an das Organisationsteam um Olaf für die gute Organisation und die familiären Atmosphäre, dem Begleitteam Gruppe 1, für die spitzen Betreuung unterwegs sowie allen aus der Gruppe 1, stellvertretend genannt Lars, Thomas ... , die alle mitzogen, um als Teamleistung nach 19:25 Stunden den Leuchtturm bei Kap Arkona zu erreichen.

gol; kle / 1. RV Pirna

Ergebnisse



Ergebnisse unter:

www.fichkona.de














































































































































































































Bilder



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